Kirchliche Bildungsarbeit

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Die Situation der kirchlichen Bildungsarbeit im Kirchenkreis Lüneburg

Kirchliche Bildungsarbeit im Kirchenkreis Lüneburg ist breit und vielschichtig aufgestellt. Sie vollzieht sich in den Kirchengemeinden über alle Altersstufen hinweg: in der religions- pädagogischen Arbeit in den Kindertagesstätten, der Arbeit mit Konfirmand:innen, in den Angeboten der Erwachsenenbildung z. B. mitSenior:innen. Die einzelnen Gemeinden legen hier ihre eigenen Schwerpunkte. Als ein exemplarischesBeispiel im Engagement um kirchli- che Bildungsarbeit sei hier die Kindertafel im Paul-Gerhardt-Haus genannt. Hier entstand während der Corona-Pandemie ein sog. LernRaum, in dem Kinder in Begleitung durch ehrenamtlich Engagierter ihre Aufgaben aus der Schule erledigen.

Auf der Ebene des Kirchenkreises gibt es unterschiedlichste Bildungsangebote z. B. in der Ausbildung vonTeamer:innen durch den Kirchenkreisjugenddienst. Bildungsengagement für Erwachsene findet sich z. B. in Fortbildungen Ehrenamtlicher im Fundraising, im Besuchs- dienst oder in der Lektor:innen-Arbeit.

Hervorzuheben ist die Behindertenarbeit des Kirchenkreises, die bei der Kirchengemeinde St. Nicolai angesiedelt ist. Hier findet in besonderer Weise kirchliche Bildungsarbeit mit Menschen mit und ohneBeeinträchtigungen statt. Ebenso ist die Evangelische Familien-Bil- dungsstätte zu erwähnen, die mit einem gut angenommenen Programm etablierte und ak- zeptierte Bildungsarbeit für alle Altersstufen leistet.

An der Arbeit der Familien-Bildungsstätte wird exemplarisch deutlich, welche wichtige Rolle kirchliche Bildungsarbeit an der Schnittstelle von Kirche und Gesellschaft spielt. Dadurch geht sie über traditionell kirchliche Arbeitsfelder hinaus und ermöglicht eine Ver- netzung in die Bildungsbereiche der Gesellschaft.Schulpastor:innen sind als kirchliche Mit- arbeitende Teil einer Schulgemeinschaft, in der sie für den Religionsunterricht einstehen. Darüber hinaus sind sie vielfach am Schulleben und als Seelsorger:innenaktiv. Im Schuljahr 2021/22 gab es im Kirchenkreis Lüneburg 2,5 Pastor:innen-Stellen an allgemeinbildenden Gymnasien und 2 Pastor:innen an Berufsbildenden Schulen. Auch mit der Hochschule, der Leuphana Universität in Lüneburg, gibt es Schnittstellen zur kirchlichen Bildungsarbeit. Die Arbeit der Hochschulgemeinde geschieht in Lüneburg ökumenisch als EHG/KHG, evangeli- sche und katholische Hochschulgemeinde. Kontakt und Begleitung zu den Lehramtsstudie- renden wird zudem durch das Mentorat getragen. Hochschulpfarramt und Mentorat sind z. Zt. mit je einer 0,5 Stelle durch eine Pastorin besetzt.

Rückblick auf die Planung 2017-2022

Die vom Bildungsausschuss erarbeiteten Grundstandards für den Planungszeitraum 2017- 2022 wurden inpersönlichen Gesprächen mit den verschiedenen an kirchlicher Bildungsar- beit beteiligten Gruppen und Einrichtungen (u. a. Behindertenarbeit, Beauftrage für Kon- firmand:innen-Arbeit, Familien-Bildungsstätte) besprochen und abgeglichen. Aus der sich daraus ergebenden Evaluation wurden die Inhalte der Standards angepasst und weiterent- wickelt.

Das Handlungsfeld Bildungsarbeit hat bei der letzten Kirchenkreisvisitation keine herausra- gende Rolle gespielt. Einzelne Punkte, wie z. B. die Anfragen aus der Arbeit mit Konfir- mand:innen, wurden im Kirchenkreisvorstand aufgenommen.

Eine Erkenntnis aus der Kommunikation der Grundstandards für die Arbeit des Bildungsaus- schusses ist die notwendige Vernetzung der verschiedenen an Bildungsarbeit im Kirchen- kreis (und darüber hinaus) Beteiligten. Deswegen wird es in der kommenden Planungszeit- raum eine Hauptaufgabe desBildungsausschusses bleiben, den Austausch und das Gespräch mit den einzelnen Gruppen und Einrichtungen zu suchen und zu führen.

Herausforderungen für das Handlungsfeld

Das oben beschriebene kirchliche Bildungsengagement sehen wir im Kirchenkreis Lüneburg als unverzichtbares Plus, weil es auf der Basis eines christlichen Menschenbildes steht und christliche Werte indie Gesellschaft vermittelt. Die Teilhabe an Bildung ist für die religiöse und persönliche Entwicklung von Menschen unverzichtbar. Durch die breite Aufstellung kirchlicher Bildungsarbeit können viele Menschen im Sinne von Bildungsgerechtigkeit er- reicht werden. Dies geschieht nicht nur in den gemeindenahen Arbeitsfeldern der kirchli- chen Bildungsarbeit. Die Arbeit an gesellschaftlichen Schnittstellen wie z. B. im Religions- unterricht an allgemein- und berufsbildenden Schulen in Stadt und Landkreis, die Förde- rung und Begleitung von Studierenden der Leuphana und die Bildungsarbeit der Familien- Bildungsstätte einerseits ermöglichen den Blick über die kirchlichen Grenzen hinaus. Ande- rerseits wird der Kirchenkreis als verlässlicher Partner in säkularen Kontexten wahrgenom- men. Dies gilt es weiterhin zu erhalten.

Im nächsten Planungszeitraum kommen bedingt durch den Ruhestand der Leiterin Verände- rungen auf die kirchliche Arbeit mit behinderten Menschen zu. Aufgabe des Kirchenkreises wird es sein diesen Prozess zu begleiten, um dieses wichtige kirchliche Arbeitsfeld zu stär- ken, weiterzuführen und die Konzeption entsprechend den zeitgemäßen Anforderungen weiterzuentwickeln.

Ein weiteres Handlungsfeld für den Bildungsausschuss hat sich durch den Auftrag des Kir- chenkreisvorstandes ergeben, die Möglichkeit der Gründung einer evangelischen Schule im Kirchenkreis Lüneburg zu prüfen. Im Rahmen dieses Auftrages hat der Bildungsausschuss ein Thesenpapierfür die Einrichtung einer Ev. Schule im Kirchenkreis Lüneburg erarbeitet. Für die kommenden Planungszeitraum werden hierzu Planungsgespräche mit kirchlichen und externen Stellen durchgeführt. Ziel ist es im nächsten Zeitraum eine Entscheidungs- grundlage für den Kirchenkreis zu erstellen.

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